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Papua-Neuguinea: Meeresschutz und Naturtourismus

Worum es geht:

Gonubalabala Island ist eine kleine Insel im äußersten Südosten Papua-Neuguineas. Seit mindestens sechs Generationen ist Gonubalabala die Heimat des Mailulu-Clans, sie sind die Verwalter des Landes und des Riffs.

Eine besondere Attraktion der Insel sind die zahlreichen Mantarochen, die in den Küstengewässern bestimmte Riffe aufsuchen, um sich von Putzerfischen reinigen zu lassen. Diese Putzstationen sind das Ziel zahlreicher Ausflugsboote mit Tauchtouristen. Einen besonderen Schutzstatus haben die Gewässer und Korallenriffe rund um die Insel dabei bisher nicht. Die Bewohner der Insel sind sich aber der Bedeutung und Schutzbedürftigkeit der Meeresumwelt bewußt, auch im Hinblick auf den von ihnen betriebenen Ökotourismus, sie stehen gezielten Maßnahmen für einen verlässlichen Meeresschutz sehr offen gegenüber.

Was gerade passiert:

Am Beginn des Vorhaben steht die sorgfältige Zusammenarbeit mit den Inselbesitzer:innen. Begleitet wird dieser Prozesss wesentlich durch die Partnerorganisation „Eco Custodian advocats“, die in Papua Neuguinea langjährige Erfahrung mit partizipativen Prozessen hat.  

Vor Ort auf der Insel betreiben Nydia Steven und ihre Familie ein Gästehaus mit zwei Hütten. Sie sind bereit an dem Schutzprojekt maßgeblich mitzuarbeiten. Ihre Aufgabe ist es, alle an der Insel beteiligten Land- und Riffbesitzer:innen an einen Tisch zu bekommen und mit ihnen die notwendigen Maßnahmen und Regeln für das Schutzgebiet zu definieren.

Derzeit sorgen die Tauchboote durch eine Ankergebühr von 50 Kina (ca. 15 Euro) für ein gewisses Einkommen. Der Tourismus wird von einer Schutzzone um die Insel profitieren, denn dadurch wird nicht nur Flora und Fauna im Meer besser geschützt, sondern auch die Attraktivität der Insel für Touristen erhöht.

Wichtige Schutzmaßnahmen sind ein Tempolimit für Motorboote zum Schutz der an der Oberfläche schwimmenden Mantas, ein Ankerverbot an den Riffen sowie ein Verbot der Fischerei. Dadurch das Fangverbot verlieren allerdings die Inselbewohner, die allesamt von der Fischerei abhängig sind, ein Teil ihrer Fanggebiete. Über eine etwaige Entschädigung muss mit den Inselbewohnern noch genauso diskutiert werden wie über alle anderen Aspekte des Schutzgebietes. Und wie üblich werden alle Mitglieder des Clans vor dem Projektstart zusammenkommen und über das Vorhaben beraten.

Nicht nur das Meeresschutzgebiet soll die ökologische Situation auf der Insel verbessern. Für Komposttoiletten, Regenwassertanks oder Anlegebojen suchen Nydia und Nelson Unterstützung durch Crowdfunding.

Owners meeting
Alle BesitzerInnen der Insel Gonubalabala haben für das Projekt gestimmt und sind bereit, das Riff um die Insel unter Schutz zu stellen.

Was wir bisher erreicht haben:

Im Juli 2019 begrüssten alle BesitzerInnen der Insel Gonubalabala das Projekt und sind seither bereit, das die Insel umgebende Riff unter Schutz zu stellen. Nach über drei Stunden intensiver Gespräche wird das Projekt einstimmig gutgeheissen. Die InselbesitzerInnen beschlossen, auf die Befischung des Riffes um die Insel Gonubalabala zu verzichten und Regeln aufzustellen, was künftig im Riff erlaubt ist und was nicht.

Das Projekt wird 2020 fortgesetzt.

Weitere Informationen:

Wer hat's gemacht