Central Baltic Sea Algae Bloom
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OSTSEE 2050 - Sterbehilfe oder Intensivstation?

Gut 20 Menschen haben sich zu unserem ersten kleinen Arbeitstreffen am Falkensteiner Strand eingefunden. Die Öfen bei „Ute im Bikini" waren gut geheizt, Kaffee und Tee wärmten von innen. So vergingen die drei angesetzten Stunden schnell und es war klar, dass noch längst nicht alles ausdiskutiert werden konnte.

Angefangen hat es mit einer kleinen Vorstellungsrunde, in der jede/r ein prägendes Buch vorstellte. So kam eine bunte Bibliothek zusammen, die vom traditionellen Bootsbau über Descartes Gottesbeweis bis hin zum Biologischen Atlas von Schleswig Holstein reichte.

Die Themen, über die wir gesprochen haben, waren teils lang bekannte Probleme der Ostsee, wie die Eutrophierung, die Überfischung oder Munitionsaltlasten. Aber auch Themen wie invasive Arten, die Küstenbebauung, bürokratische Hürden oder Antifoulinganstriche an Booten und Schiffen spielten eine Rolle.

Doch was tun?

Einstieg in Konkretes: Vorgestellt wurde ein spannendes Projekt, eine neue Pilotstudie am Geomar, die den großen Wurf wagt: Nährstoffextraktion durch Algenanbau. Dies ist eine mögliche und realistische Lösung, die sicher noch weitere Unterstützung braucht, damit in den 3 Jahren Projektlaufzeit die vorhandenen Herausforderungen nicht nur identifiziert, sondern auch schon angegangen werden können. Daher wird dies ein Schwerpunktthema sein.

Ein weiterer wichtiger Beitrag ist die Kieler Meeresfarm. Sie wächst und kann schon bald mit einem integrierten Konzept demonstrieren, wie Lebensmittelerzeugung aus dem Meer ohne zusätzliche Nährstoffbelastungen gehen kann.

Wenn Ihr in die Diskussion einsteigen wollt, dann schreibt uns!

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OSTSEE 2050 - Sterbehilfe oder Intensivstation?

Darum geht es: Wir wollen nicht, dass dieses Zukunftsszenario eintritt. Es ist absehbar, dass alle bisherigen Maßnahmen nicht reichen werden, um diese Katastrophe zu vermeiden. Was können wir tun, um dies zu verhindern?

Sind unsere bisherigen Interventionen nicht unzureichende Pflegemaßnahmen am Patienten Ostsee, weil der Punkt für eine selbstständige Genesung schon längst überschritten ist?

Wir wollen über eine wirksame Intensivmedizin sprechen.

Diskussionsrunde
Am Donnerstag, den 08.12.22 trafen wir uns zu einem ersten Treffen bei "Ute im Bikini" am Falkensteiner Strand in Kiel.
Pinwand
Die wichtigsten Themen wurden zusammengetragen. Wenn Ihr in die Dis­kus­si­on ein­stei­gen wollt, dann schreibt uns!

Seit fast 50 Jahren gibt es intensive Diskussionen und Bemühungen, die Ostsee als einem der schmutzigsten Meere wieder in einen gesunden Lebensraum zu verwandeln. Doch trotz einzelner Verbesserungen kommen wir nicht wirklich voran.

Das aktuell drohende Auslöschen der wirtschaftlich nutzbaren Dorschbestände und damit der Niedergang der Ostseefischer ist nur ein Symptom. Die Gründe sind vielfältig und tiefgreifend aber keine Entschuldigung für unser aller Versagen.

Wir wollen mit wirklich interessierten Menschen Wege diskutieren, was tatsächlich geschehen muss und gemeinsam an einer Umsetzung arbeiten.

Es geht nicht darum, was alles nicht funktioniert, sondern darum, wie man in einem überschaubaren Zeitraum das Elend überwinden kann! Für die Lösung der Probleme der Welt sind 3 Stunden ganz sicher nicht ausreichend, aber genug um Ansatzpunkte zu identifizieren, an denen in der Folge weitergearbeitet werden kann.

 

Die Lighthouse Foundation wird dafür eine Plattform bereitstellen, damit wir es gemeinsam schaffen.

 

„Ich bin heute unterwegs von Kiel nach Stockholm. Es ist wieder mal ein heißer Sommertag. Die See ist ruhig, trotzdem sieht man nur wenig Schiffe auf der Ostsee. Ich glaube, Fischer habe ich seit zehn oder zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Wie denn auch, wenn es keine Fische mehr gibt. Schweinswale sind schon vor den Fischern verschwunden. Die Route muss immer wieder den Speerzonen angepasst werden. Nur weil da ein paar Bomben des zweiten Weltkrieges vor sich hin rosten, muss ich einen Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen.“

Tagebucheintrag vom 07.08.2050 über einen Krankenbesuch bei der Ostsee.