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International: Entwicklung von Lehrplänen für die Kleinfischerei

Worum es geht:

Die „Freiwilligen Leitlinien für die Sicherung der nachhaltigen Kleinfischerei (Small-scale Fisheries, SSF) im Kontext von Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung“ (die SSF-Leitlinien der Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO, 2015) waren das erste international vereinbarte Instrument, das dem immens wichtigen - aber oft vernachlässigten - Sektor der Kleinfischerei gewidmet ist.

Der Sektor der Kleinfischerei ist in der Regel fest in lokalen Gemeinschaften, Traditionen und Werten verwurzelt. Viele Kleinfischer sind selbständig und liefern den Fisch in der Regel für den direkten Verzehr in ihren Haushalten oder Gemeinden. Frauen spielen in diesem Sektor eine wichtige Rolle, vor allem bei der Weiterverarbeitung nach der Ernte und bei der Verarbeitung. Schätzungen zufolge arbeiten etwa 90 Prozent aller direkt von der Fischerei abhängigen Menschen im Sektor der Kleinfischerei. Die handwerkliche Fischerei ist somit ein wirtschaftlicher und sozialer Motor, der für Nahrungs- und Ernährungssicherheit, Beschäftigung und andere Effekte für die lokale Wirtschaft und sichert gleichzeitig den Lebensunterhalt der Anrainergemeinden.

In Lateinamerika, Afrika, Südostasien, Französisch-Polynesien, dem Mittelmeerraum und auf dem afrikanischen Kontinent unterstützen wir Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler in Gemeinden, die besonders von Kleinfischerei geprägt sind, dabei, die SSF-Leitlinien in einen Lehrplan, ein Arbeitsbuch für die Lernenden und ein Handbuch für Lehrkräfte umzusetzen.

Was gerade passiert:

Die Teilnehmenden bilden Fokusgruppen und werden darin geschult, systematisch ihre lokale Fischerei im Hinblick auf Ernährungssicherheit, natürliches und kulturelles Erbe, Gesundheit, Lebensunterhalt, Geschlechtergleichheit und Menschenrechte zu untersuchen. Ziel ist die Verbesserung der Lebensumstände sowie der Gemeinde und ihren Institutionen. National Geographic Explorers, darunter Meereswissenschaftler und transmediale Geschichtenerzähler, nehmen virtuell über Zoom oder Whatsapp an den Fokusgruppen teil und unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Perspektiven einzunehmen und Erkenntnisse zu gewinnen, welche sozial-ökologischen Probleme der SSF entgegenstehen.

Die Fokusgruppen zielen darauf ab, die gesellschaftspolitische Entwicklung und die psychologische Befähigung junger Menschen zu fördern, so dass sie die Wurzeln der Probleme, mit denen ihre SSF-Gemeinschaften konfrontiert sind, verstehen und die Fähigkeiten und die Motivation haben, im Rahmen der SSF-Leitlinien und der neuen Bildungskomponenten aktiv zu werden.

Mit Hilfe von partizipativer Fotografie, Stop-Motion-Animationen, ArcGIS Storymaps und anderen transmedialen Werkzeugen nutzen die Lernenden und ihre Lehrkräfte Tablets, um ihre Erkenntnisse und Inputs zu teilen, die auf den Erfahrungen der jungen Menschen beruhen und durch die Wissenschaft gestützt sind.

Was wir bisher erreicht haben:

Im November 2021 beginnt das Internationale Jahr der handwerklichen Fischerei und Aquakultur (IYAFA 2022), und die Sitzungen der Schülerfokusgruppen werden beginnen. Unterstützt von lokalen gemeinnützigen Organisationen, die mit den lokalen Bildungseinrichtungen in ihrer Fischereigemeinde verbunden sind, werden Schüler und Schülerinnen und Schulkollegien ein 12-monatiges Programm durchlaufen, das die Fokusgruppen durch die SSF-Leitlinien führt und ihnen ausreichend Raum, Werkzeuge, Schulung und Aktivität für ihre ehrlichen Beiträge zum Lehrplanpaket bietet.

Die Teilnehmenden werden ihre Erkenntnisse durch offene Fragebögen und Hausaufgaben kommunizieren und die ihr Dorf als Klassenzimmer nutzen. Sie werden mit dem Lehrplanentwicklungsteam an der Nachbearbeitung des Lehrplanpakets arbeiten, das der FAO bis zum Abschluss der IYAFA 2022 Ende November 2022 vorgelegt werden soll.

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